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Abgeleitet aus der beschriebenen Grundhaltung der Achtung von Würde und Anerkennung (vgl. auch die sog. Rogers-Variablen, Frauchiger 1997) und der breit abgestützten Erkenntnis (zuletzt z.B. Znoj et. al. 2013, Mestel 2014 u.v.a.m.), dass die Therapiebeziehung und deren Gestaltung das weitaus wichtigste und den Technischen Aspekten überlegene psychotherapeutische Element ist, ergibt sich obige Aussage zum mit Abstand wichtigsten Wirkfaktor (vgl. z.B. Mestel 2014), den ich im folgenden zuerst wieder anhand von selber kommentierten Zitaten wiedergeben möchte:
Die Therapeutenvariablen werden in vielen Studien in situationsübergreifende 'traits' und in therapiespezifische 'states' aufgeteilt. Dabei ergeben sich objektive sowie subjektive Merkmale wie nebenstehende Abbildung zeigt.
Es ist auch die Trainingsforschung zu erwähnen (z.B. Knox&Hill 2013), in der untersucht wird, ob es wirksam ist, TherapeutInnen zu trainieren. Es gibt Hinweise darauf, dass klientenzentrierte Basisvariablen gut trainierbar sind, aber es gibt noch wenig Anhaltspunkte, was die einzelnen Komponenten anbelangt.

Alle Psychotherapieformen verwenden metaphorische Konstrukte, die oft den zentralen, wenngleich impliziten Bereich der Therapie ausmachen. Die hydraulischen Begriffe, die Freud für seine triebdynamischen Vorstellungen benutzte, sind ein gutes Beispiel dafür. Energetische Metaphern finden etwa bei verschiedenen körpertherapeutischen Ansätzen (z.B. Lowens Bioenergetik) Verwendung. In mehreren Therapieschulen werden auch räumliche Begriffe und Metaphern verwendet, etwa um psychische oder interindividuelle Konflikte zu aktualisieren und zu bearbeiten: Beispiele sind Interventionen mit Skulpturen (z.B. Familientherapie nach Satir) oder Techniken der Gestalttherapie. Schon aus phylogenetischen Gründen (Lorenz 1973) scheinen räumliche Metaphern eine vielen Menschen leicht zugängliche (sic!) Weise des Denkens zu sein. Daher auch ihre Verwendung als Bildsprache in der Therapiestunde, etwa im katathymen Bilderleben und in Trancetherapie (Weg in einer komplizierten Landschaft, welche Landschaft sieht der Klient, wo ist sein Platz heute, wo ist der ideale Platz, Phantasiereisen etc.).

| KONZEPT (mit wichtigsten AutorInnen): | Umsetzung in die Praxis (Beispiele und Hinweise): |
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ENTWICKLUNG (u.a. Erikson), "Krise als Chance" (Ciompi) |
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KONTROLLE
Locus of Control (Rotter), Selbstwirksamkeit (Bandura), Erlernte Hilflosigkeit (Seligman), Sense of Coherence (Antonowsky), Empowerment/Souveränität (Petzold) |
"Was kann/will ich (selber!) tun?" (Coping); Hobbies, Schreiben, soziales Netz, Wochenziel, Krisenmodelle, sich den anderen vorstellen, Mitbestimmen was in der Gruppe läuft, "Was will ich hier (erreichen)", Souveränitätsbild, Hilfe zur Selbsthilfe, Standortbestimmung etc. - was kann ich besonders gut, was sind meine Stärken/Schwächen, meine Identität, mein Selbstverständnis |
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RESSOURCEN (u.a. Grawe, Petzold), Salutogenese (Antonovsky), Coping (Lazarus, Heim) | innere Beistände, Distanzierung (Kino), "safe place", Identitätssäulen, soziales Atom, Hobbies, (gesunde Anteile !), Stärken und Fähigkeiten, WE (freie Zeit) vor-, nachbesprechen etc. |
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DIALOG (Buber), Intersubjektivität (Petzold), Kontakt (Perls) |
Vorstellen (selber/andere), offene Gesprächsgruppe, Brainstorming, Themenzentrierte Interaktion, (TZI), Dialogmalen, Rollenspiele, etwas in Kleingruppen besprechen/vorbereiten, Gruppenbild, Halbgruppen (mehr Tiefung möglich), Feedback/Sharing, Komplimente |
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SCHEMATA: Schemata, motivational (Grawe), Schemata, emotional (Greenberg), Muster/Patterns |
Direktes Fragen nach Mustern/Wiederholungen im Alltag, aktives Hinweisen auf mögliche Muster wenn PatientInnen (Beziehungs-)Situationen schildern, Thematisieren von typischen Konflikt-Mustern: Nähe/Distanz-Regulation, Entscheiden zwischen A und B etc., Ausnahmen suchen: wo konnte ich das bekannte Muster für einmal durchbrechen, wie machte ich das, wie ist das für mich, wie fühlt es sich an (felt sense!). Was hat mich überrascht, was war neu für mich diese Woche ? etc. |
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KREATIVITÄT, "Der schöpferische Mensch" (Petzold), Figur-Grund-Prinzip (Perls) |
Schreibwerkstatt, Baumzeichnung, Dialogmalen, Namensbild, Stimmungsbild, "safe place", Traumbild, Märchen, Musik, Tanz, Bewegung, Kreative Hobbies, Gruppenspiele etc., Kreatives Potential erspüren und entfalten lassen mit Anreizen dazu, möglichst offene, breite Themen |
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LÖSUNGSORIENTIERUNG (De Shazer), Aktivierung (s.a. Bewegungsth.), Hier & Jetzt-Prinzip (Perls) |
Was funktioniert (noch)? Highlights der Woche erzählen lassen, Ueberraschendes/Neues suchen lassen, Wochen-, Tagesziele, Einzelarbeit in der Gruppe (vicarielles Lernen), Ausnahmen vom Problem, Wunderfrage (De Shazer), Reframing ("Halbvolles Glas"), Mitentscheiden etc. |
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Felt Sense (Gendlin), Flow (Csikszentmihalyi), subjektive Anatomie (Uexküll et al.), Störungen (Cohn), |
Körperwahrnehmung, -bild, Ausnahmen vom Problem, "Was kann/will ich (selber!) tun?" (Coping), Befindlichkeitsrunden, Situationen verändern, Wunderfrage, Baumzeichnung, Situations(nach)besprechungen, Mitentscheiden etc. |

